Schreihals

Ein Schreihals ist umgangssprachlich ein Wesen, das sehr laut schreit, häufig lautstark schimpft oder seine Gefühle ungefiltert über die Stimme ausdrückt. Im Illuversum steht der Schreihals für ein Temperament, das sich immer in Lautstärke verwandelt. Gleichzeitig zeigt die Figur, dass selbst eine anstrengende Eigenschaft zur Stärke werden kann, wenn sie am richtigen Ort eingesetzt wird. Lautschrift: [ˈʃʁaɪ̯ˌhals] Ausgesprochen etwa wie: „Schrei-Hals“

Die lebende Schiffshupe des Illuversums

Der Schreihals gehört zu jenen Illuwillus, die man hört, lange bevor man sie sieht.

Sein Ärger beginnt selten leise. Wenn ihn etwas stört, hebt sich nicht nur seine Stimme, sondern sein ganzes Wesen scheint sich in Schall zu verwandeln. Dann schreit er. Laut. Direkt. Und mit einer Wucht, die selbst weit entfernte Fenster erzittern lässt.

In mancher Hinsicht erinnert er an Wolfgang Grantig, doch während Wolfgangs Grant oft aus einer tiefen inneren Schwere kommt, ist der Schreihals weniger dunkel in seinem Wesen. Er kann durchaus fröhlich sein, hilfsbereit und sogar erstaunlich positiv.

Das Problem ist nur:

Auch seine Freude schreit.

Zwischen Ärger und Organ

Der Schreihals ist ein Choleriker mit einem unfassbar lauten Organ. Seine Gefühle finden fast immer denselben Ausgang: Lautstärke.

Ist er wütend, schreit er.

Ist er begeistert, schreit er.

Ist er überrascht, schreit er.

Und wenn er einfach nur etwas erzählen möchte, klingt es trotzdem, als würde er eine dringende Warnung ausrufen.

Dabei meint er es nicht immer böse. Der Schreihals ist kein grundsätzlich bösartiger Illuwillu, sondern ein Wesen, dessen innere Regungen kaum gefiltert nach außen drängen. Was andere ruhig aussprechen, bricht bei ihm wie ein Signalhorn aus dem Körper.

Für sein Umfeld ist das anstrengend.

Für den großen Hafen des Illuversums jedoch ist es ein Geschenk.

Zwischen Hafen und Berufung

Denn der Schreihals hat seine Lautstärke zu seinem Beruf gemacht.

Er arbeitet als lebende Schiffshupe im großen Hafen des Illuversums und koordiniert dort die ein- und ausfahrenden Schiffe. Während andere Megaphone, Sirenen oder technische Anlagen benötigen, stellt sich der Schreihals einfach an seinen Platz, holt tief Luft und schreit.

Seine Stimme trägt über Wasser, Nebel, Maschinenlärm und tosende Hafenbecken hinweg.

Ein einziger Ruf von ihm genügt, damit Kapitäne ihre Richtung ändern, Kräne ihre Arbeit anpassen und ganze Mannschaften wissen, was zu tun ist. Dadurch ist er zwar nicht unbedingt der angenehmste Kollege, aber einer der nützlichsten.

Denn im Hafen zählt Klarheit.

Und klar ist der Schreihals immer.

Vielleicht manchmal zu klar.

Zwischen Temperament und Verantwortung

Obwohl er schnell aus der Fassung gerät, nimmt der Schreihals seine Aufgabe ernst. Er weiß, dass seine Stimme nicht nur nervt, sondern auch schützt. Ein falsches Signal kann im Hafen gefährlich werden, weshalb seine Schreie erstaunlich präzise sind.

Er brüllt nicht einfach wahllos in die Welt.

Zumindest nicht während der Arbeit.

Dann unterscheidet er zwischen Warnrufen, Richtungssignalen, Begrüßungen, Notmeldungen und jenen sehr speziellen Lauten, mit denen er langsame Schiffe zur Eile antreibt.

Außerhalb des Hafens ist diese Präzision allerdings weniger verlässlich. Da reicht manchmal schon ein falsch abgestellter Stuhl, ein zu lauwarmer Kaffee oder eine missverständliche Bemerkung, und der Schreihals verwandelt den ganzen Raum in ein akustisches Gewitter.

Zwischen Lautstärke und Lebensfreude

Gerade deshalb bleibt seine Figur ambivalent.

Der Schreihals ist laut, anstrengend und oft schwer auszuhalten. Gleichzeitig besitzt er Energie, Direktheit und eine unverstellte Lebendigkeit, die ihn trotz allem sympathisch macht.

Er versteckt nichts.

Er verschluckt nichts.

Und er trägt sein Herz, seinen Ärger und seine Begeisterung immer direkt im Hals.

Vielleicht liegt genau darin sein besonderer Reiz. Denn während manche Illuwillus ihre Gefühle hinter höflichen Fassaden verbergen, kennt der Schreihals keine leise Maske. Was in ihm passiert, wird hörbar.

Sehr hörbar.

Zwischen Cholerik, Stimme und typischem Illuwillu

Der Schreihals steht für ungefilterte Emotion, übersteigertes Temperament und die Erkenntnis, dass selbst störende Eigenschaften zu einer besonderen Fähigkeit werden können.

Seine Geschichte erinnert daran, dass nicht jede Eigenheit gezähmt werden muss. Manchmal braucht sie nur den richtigen Ort, um nicht mehr ausschließlich Belastung zu sein, sondern Aufgabe, Stärke und Berufung.

Wenn Ärger zur Hafenmelodie wird

Der Schreihals zeigt einen Illuwillu, dessen Gefühle immer laut werden und der genau daraus seine Berufung gemacht hat.
Cholerisch. Lebensfroh. Und unmöglich zu überhören.